Für Angehörige: Der Ernstfall

Was kostet eine Beerdigung? Beerdigungskosten 2026 im Überblick

Beerdigungskosten 2026: Kosten je Bestattungsart, alle Posten mit Quellen, Friedhofsgebühren im Städtevergleich, wer zahlt und wann das Sozialamt hilft.

Inhalt dieses Artikels (8 Abschnitte)

Eine Beerdigung kostet in Deutschland im Durchschnitt 5.000 bis 6.000 Euro, mit Grabmal und Grabanlage 7.000 bis 8.000 Euro — so die Verbraucherinitiative Aeternitas, jeweils ohne die spätere Grabpflege. Die einfachste anonyme Bestattung beginnt bei rund 1.000 Euro, aufwendige Beerdigungen kosten weit über 10.000 Euro. Bezahlen müssen grundsätzlich die Erben.

Wie viel es in Ihrem Fall wird, entscheidet sich an vier Stellen: Bestattungsart, Grab, Rahmen der Trauerfeier und Grabmal. Unser kostenloser Bestattungskosten-Check rechnet Ihre persönliche Spanne in vier Schritten aus — auf Basis derselben Quellen wie dieser Ratgeber, ohne Anmeldung. Alle Angaben geprüft im Oktober 2026.

Beerdigungskosten nach Bestattungsart

Die Tabelle zeigt, was die üblichen Bestattungsarten kosten. Die Grundkosten umfassen Bestatter, Sarg bzw. Urne, amtliche Gebühren, gegebenenfalls die Einäscherung und das Grab selbst. Die dritte Spalte zeigt ein realistisches Gesamtbild im mittleren Preisfenster — mit Trauerfeier, Blumen, Traueranzeige, Trauerkaffee und, wo üblich, Grabmal.

BestattungsartGrundkosten (schlicht bis gehoben)¹Klassisch, mit Feier und Extras²Was die Kosten treibt
Erdbestattung (Sarggrab)ca. 2.200–9.000 €ca. 6.200–15.700 €Sarg und Sarggrab kosten mehr als Urne und Urnengrab; meist kommt ein Grabmal hinzu
Feuerbestattung mit Urnengrabca. 1.900–8.100 €ca. 5.900–14.800 €Einäscherung und zweite Leichenschau kommen hinzu, das Urnengrab ist meist günstiger als ein Sarggrab
Baumbestattungca. 2.300–7.500 €ca. 5.200–9.900 € (ohne Grabmal)Platz am Baum oder eigener Baum; kein Grabstein, keine Grabpflege
Seebestattungca. 3.500–8.000 €ca. 6.800–9.500 € (Feier an Land)Paketpreise des Bestatterverbands nur für Bestatterleistungen, Fremdleistungen kommen hinzu; keine Friedhofsgebühren, kein Grabstein
Anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeierab rund 1.000 €—Einstiegspreis sehr günstiger Anbieter; schon die Untergrenzen der üblichen Einzelposten liegen darüber (siehe unten)

¹ Berechnet wie unser Bestattungskosten-Check: Summe der üblichen Preisspannen von Aeternitas für Bestatterleistungen, Sarg und Urne, amtliche Gebühren, Einäscherung und Grab (Friedhofsgebühren einschließlich des Aeternitas-Großstadtvergleichs 2025); für Baumbestattungen die „ab“-Preise von FriedWald, für Seebestattungen die Paketpreise des Bundesverbands Deutscher Bestatter (Bestatterleistungen; Fremdleistungen beziffert der Verband nicht). Ohne Grabpflege.

² Wie ¹ im mittleren Preisfenster, zuzüglich Trauerhalle mit Trauerredner:in, Kranz und Blumenbukett, Traueranzeige, Trauerkaffee und — bei Erd- und Feuerbestattung — Grabmal vom Steinmetz. Bei der Seebestattung enthalten die Verbandspakete Klassik und Exklusiv bereits eine Trauerfeier; die Spanne kann sie deshalb doppelt enthalten.

Warum die Spannen so breit sind: Die Unterschiede zwischen Anbietern und Gemeinden sind es auch. Rechnet man jede denkbare Leistung von der günstigsten bis zur teuersten Variante zusammen, kommt Aeternitas auf 2.750 bis 44.700 Euro. Übliche Preise liegen laut Aeternitas in der Regel über dem Minimum und deutlich unter dem Maximum — Kosten aus dem unteren Preissegment sind weitaus verbreiteter als aus dem oberen.

Die günstigste Variante: anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeier

Bei der anonymen Feuerbestattung ohne Trauerfeier — oft als „Direktbestattung“ angeboten — wird der Verstorbene abgeholt, eingeäschert und die Urne ohne Feier in einem anonymen Grab beigesetzt. Aeternitas nennt für die einfachste anonyme Bestattung Gesamtkosten ab 1.000 Euro. Das ist ein Einstiegspreis sehr günstiger Anbieter: Schon die Untergrenzen der üblichen Aeternitas-Spannen für Kremationssarg, Leichenschau, zweite Leichenschau, Einäscherung und anonymes Urnengrab ergeben zusammen mehr als 1.000 Euro. Allein ein anonymes Urnengrab kostet üblicherweise 500 bis 1.850 Euro — in den deutschen Großstädten reichte die Spanne 2025 von 390 Euro (Ingolstadt, 10 Jahre Ruhezeit) bis 2.413 Euro (Krefeld, 30 Jahre).

Der Bundesverband Deutscher Bestatter warnt bei Discount-Angeboten vor versteckten Zusatzkosten, etwa für Einäscherung und Friedhofsgebühren. Lassen Sie sich deshalb schriftlich bestätigen, was im Preis enthalten ist. Eine persönliche Gedenkfeier ist trotzdem möglich — an einem Ort und Tag Ihrer Wahl, unabhängig von der Beisetzung.

Woraus sich die Rechnung zusammensetzt

Eine Beerdigung besteht nicht aus einer Rechnung, sondern aus mehreren: vom Bestatter, von Ärztin oder Arzt und Standesamt, gegebenenfalls vom Krematorium, von der Friedhofsverwaltung, vom Steinmetz und für Feier und Gäste von Floristik, Trauerredner:in und Gastronomie. Die Grafik zeigt die üblichen Spannen aller Posten auf einer gemeinsamen Skala — so sehen Sie, wo der Spielraum liegt.

Balkengrafik: übliche Preisspannen von 18 Kostenposten einer Beerdigung laut Aeternitas, gruppiert nach Bestatter, Arzt/Standesamt/Krematorium, Friedhof, Grabmal, Trauerfeier und Folgekosten. Die kleinen Posten wie Kühlung, Leichenschau oder zweite Leichenschau liegen unter 600 Euro. Die breitesten Spannen haben das Sargwahlgrab mit 1.450 bis 4.300 Euro, das Grabmal mit 500 bis 5.000 Euro und die Dauergrabpflege mit 2.500 bis 15.000 Euro über die Ruhezeit.
Wo das Geld hingeht: Die größten Spielräume liegen bei Grab, Grabmal und Grabpflege — nicht beim Sarg. Quelle: Aeternitas e. V., übliche Preisspannen (abgerufen Oktober 2026).
BereichPostenÜbliche SpanneHinweis
BestatterFormalitäten und Verwaltung150–600 €Organisation durch den Bestatter
BestatterHygienische Versorgung, Ankleiden/Einbetten150–450 €
BestatterKühlung (3 Tage)75–225 €
BestatterÜberführung im Nahbereich200–550 €Längere Strecken: 2,50–7,00 € je Kilometer
BestatterSarg für die Erdbestattung700–2.000 €
BestatterSarg für die Feuerbestattung500–1.200 €Auch die Einäscherung erfolgt im Sarg
BestatterSchmuckurne125–500 €
Arzt, StandesamtLeichenschau/Totenschein100–250 €Fällt bei jedem Todesfall an
Arzt, StandesamtSterbeurkunde10–20 €Jede weitere Ausfertigung 5–12 €
KrematoriumEinäscherung inkl. Aschekapsel200–600 €
KrematoriumZweite Leichenschau vor der Einäscherung25–150 €Nach Landesrecht vorgeschrieben, z. B. § 15 BestG NRW
KrematoriumUrnenversand25–75 €
FriedhofUrnenreihengrab700–2.050 €Grabnutzung, Beisetzung, ggf. Trauerhalle
FriedhofSargwahlgrab1.450–4.300 €Grabnutzung, Beisetzung, ggf. Trauerhalle
Steinmetz, GärtnereiGrabmal inkl. Inschrift und Aufstellen500–5.000 €
Steinmetz, GärtnereiErste dauerhafte Grabanlage250–1.500 €
TrauerfeierTrauerhalle mit Trauerfeier200–1.100 €
TrauerfeierTrauerredner:in (weltlich)300–600 €
TrauerfeierKranz / Blumenbukett100–400 € / 75–400 €
TrauerfeierTraueranzeige in der Zeitung200–600 €
TrauerfeierTrauerkaffee/-mahl300–1.000 €
FolgekostenDauergrabpflege über die Ruhezeit2.500–15.000 €Nicht in den Durchschnittswerten enthalten

Quelle: Aeternitas e. V., „Übliche Preisspannen“ (abgerufen Oktober 2026). Die Spannen zeigen den üblichen Rahmen, keine Mindest- oder Höchstpreise. Nicht jeder Posten fällt bei jeder Bestattung an, andere können hinzukommen.

Friedhofsgebühren: dieselbe Grabart, ein Vielfaches im Preis

Jede Gemeinde legt die Gebühren ihrer Friedhöfe selbst per Satzung fest; kirchliche Friedhöfe haben eigene Gebührenordnungen. Bezahlt werden im Kern drei Dinge: das Recht, die Grabstelle für die Dauer der Ruhezeit zu nutzen, die Beisetzung selbst (Grab öffnen und schließen) und meist die Trauerhalle. Wie weit das auseinanderliegt, zeigt der Aeternitas-Vergleich aller 79 deutschen Großstädte vom Juni 2025:

Grabart (Gebühren für die gesamte Ruhezeit)Günstigste GroßstadtTeuerste Großstadt
Urnenreihengrab580 € (Chemnitz, 20 Jahre)2.656 € (Kassel, 20 Jahre)
Urnenwahlgrab450 € (Fürth, 10 Jahre)3.420 € (Aachen, 25 Jahre)
Anonymes Urnengrab390 € (Ingolstadt, 10 Jahre)2.413 € (Krefeld, 30 Jahre)
Sarg-Reihengrab887 € (Berlin, 20 Jahre)4.294 € (Moers, 25 Jahre)
Sarg-Wahlgrab964 € (Berlin, 20 Jahre)4.759 € (Mainz, 30 Jahre)
Nur die Beisetzung einer Urne im Grab (Öffnen und Schließen)50 € (Chemnitz)1.100 € (Saarbrücken)

Quelle: Aeternitas e. V., Pressemitteilung „Friedhofsgebühren aller Großstädte im Vergleich“ vom 4. Juni 2025 und Tabelle der Beisetzungsgebühren (Stand Mai 2025; ohne Urnennischen).

Was das für Sie bedeutet:

  • Satzung vor dem Bestattergespräch lesen. Die Gebührensatzung Ihrer Gemeinde ist öffentlich (bei einem kirchlichen Friedhof: dessen Gebührenordnung). Für rund 1.000 Städte und Gemeinden finden Sie die Gebühren auch in der Gebührendatenbank von Aeternitas.
  • Reihengrab oder Wahlgrab. Wahlgräber sind laut Aeternitas meist teurer als Reihengräber, dafür ist die Nutzungszeit meist verlängerbar. Urnengräber sind meist günstiger als Sarggräber.
  • Nachbargemeinden vergleichen. Manche Satzungen verlangen von Auswärtigen Zuschläge, etwa 50 Prozent — laut Aeternitas wird das aber seltener. Fragen Sie nach.
  • Samstag vermeiden. Für Beisetzungen am Samstag fallen oft Zuschläge an, laut Aeternitas etwa 50 Prozent auf die Beisetzungsgebühr.

Grabmal und Grabpflege: die Kosten nach der Beerdigung

Ein Grabmal vom Steinmetz kostet üblicherweise 500 bis 5.000 Euro, die erste dauerhafte Bepflanzung 250 bis 1.500 Euro. Den größten Posten sehen viele erst später: Eine Dauergrabpflege über die gesamte Ruhezeit kostet laut Aeternitas 2.500 bis 15.000 Euro. In den Durchschnittswerten von 5.000 bis 8.000 Euro ist sie nicht enthalten.

Wie lange und wie ein Grab gepflegt werden muss, regelt die Friedhofsordnung. Beim Wahlgrab auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof etwa gilt die Pflegepflicht für die gesamte Nutzungsdauer — selbst oder über eine Gärtnerei. Ob die Pflege, etwa bei den meisten Gemeinschaftsgräbern, schon in der Gebühr steckt, macht laut Aeternitas große Unterschiede; fragen Sie die Friedhofsverwaltung danach. Im Bestattungswald gibt es dagegen keine Grabpflege und keinen Grabstein, bei der Seebestattung entfallen Grabstein und Friedhofsgebühren ganz. Wer die eigenen Angehörigen davon entlasten will, regelt das am besten in einer Bestattungsvorsorge.

Wer muss die Beerdigung bezahlen?

Drei Pflichten werden ständig verwechselt: wer die Kosten trägt, wer die Bestattung veranlassen muss und wer einspringt, wenn die Erben ausfallen. Die Übersicht:

WerRechtsgrundlageWas daraus folgt
Erben§ 1968 BGBTragen die Kosten der Beerdigung; sie sind eine Nachlassverbindlichkeit und können aus dem Erbe bezahlt werden
Bestattungspflichtige AngehörigeBestattungsgesetz des jeweiligen LandesMüssen die Bestattung veranlassen — auch ohne Erbe und auch nach einer Ausschlagung
Unterhaltspflichtige (Ehegatten; Verwandte in gerader Linie nur, wenn sie dem Verstorbenen tatsächlich Unterhalt schuldeten)§ 1615 Abs. 2, §§ 1601–1603, § 1360a Abs. 3 BGBZahlen, soweit die Kosten von den Erben nicht zu bekommen sind
Wer für den Tod haftet, etwa nach einem Unfall§ 844 Abs. 1 BGBMuss die Kosten demjenigen ersetzen, der sie zu tragen hat
Sozialamt§ 74 SGB XIIÜbernimmt die erforderlichen Kosten, wenn den Verpflichteten die Zahlung nicht zuzumuten ist

Wichtig für die Praxis: Wer den Bestatter beauftragt, wird dessen Vertragspartner und bekommt die Rechnung — auch wenn er gar nicht erbt. Er kann das Geld von den Erben zurückverlangen, aber höchstens in dem Umfang, den diese nach § 1968 BGB selbst tragen müssten. Reicht der Nachlass nicht, können die Erben ihre Haftung auf ihn beschränken (§§ 1975, 1990 BGB) — dann bleibt der Auftraggeber unter Umständen auf einem Teil der Rechnung sitzen. Und das Sozialamt hilft nur rechtlich Verpflichteten, nicht jedem, der den Auftrag unterschrieben hat (siehe unten).

Bestattungspflicht: Wer sich kümmern muss

Wer die Bestattung veranlassen muss, regeln die Bestattungsgesetze der Länder — und zwar unterschiedlich. In den meisten Ländern stehen Ehegatte oder eingetragene:r Lebenspartner:in an erster Stelle, dann volljährige Kinder, dann die Eltern; Geschwister, Großeltern und Enkel sind in fast allen Ländern ebenfalls pflichtig, an unterschiedlicher Stelle. In Hessen sind alle Pflichtigen gleichrangig, in Niedersachsen stehen Enkel vor den Eltern. In Nordrhein-Westfalen etwa lautet die Reihenfolge: Ehegatten, Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern, volljährige Enkelkinder (§ 8 BestG NRW).

Diese Pflicht hängt nicht am Erbe. Die Stadt Dortmund formuliert es deutlich: Weder ein gestörtes Verhältnis noch fehlender Kontakt noch eine Erbausschlagung befreien davon. Kümmert sich niemand, veranlasst die Behörde die Bestattung — in NRW die örtliche Ordnungsbehörde (§ 8 BestG NRW). Dortmund fordert die Kosten dann von den Bestattungspflichtigen zurück, zuzüglich Verwaltungsgebühren; bestattet wird dort grundsätzlich als Einäscherung mit anonymer Beisetzung, sofern der Verstorbene nichts anderes verfügt hat.

Auch die Fristen sind Landesrecht. In Nordrhein-Westfalen muss eine Erdbestattung oder Einäscherung grundsätzlich innerhalb von zehn Tagen erfolgen (§ 13 BestG NRW); andere Länder regeln das anders. Fragen Sie den ersten Bestatter, welche Frist gilt — und nutzen Sie die Zeit, um zwei oder drei Angebote einzuholen.

Erbe ausgeschlagen: Muss ich die Beerdigung trotzdem bezahlen?

Mit der Ausschlagung — sie ist nur binnen sechs Wochen möglich, gerechnet ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie vom Erbfall und vom Grund Ihrer Berufung als Erbe erfahren, in bestimmten Auslandsfällen binnen sechs Monaten (§ 1944 BGB) — sind Sie nicht mehr Erbe und tragen die Kosten nicht nach § 1968 BGB. Drei Wege können Sie aber trotzdem zur Kasse bitten:

  1. Sie haben den Bestatter selbst beauftragt. Dann schulden Sie die Rechnung als Vertragspartner und können sie von den tatsächlichen Erben zurückfordern — ist der Nachlass überschuldet, unter Umständen aber nur zum Teil (§§ 1975, 1990 BGB).
  2. Die Ordnungsbehörde hat bestattet. Als Bestattungspflichtige:r können Sie für die Kosten herangezogen werden.
  3. Sie waren dem Verstorbenen gegenüber unterhaltspflichtig. Als Kind sind Sie das nur, wenn der Elternteil bedürftig war und Sie leistungsfähig sind (§§ 1602, 1603 BGB) — Kind-Sein allein genügt nicht. Dann zahlen Sie, soweit von den Erben nichts zu holen ist (§ 1615 Abs. 2 BGB).

Ist Ihnen die Zahlung wirtschaftlich nicht zuzumuten, hilft das Sozialamt (nächster Abschnitt) — aber nur, wenn Sie bestattungs- oder unterhaltspflichtig sind; der Auftrag an den Bestatter allein genügt dafür nicht. Was bei einer Ausschlagung sonst zu beachten ist, erklärt unser Ratgeber Erbe ausschlagen.

Wenn das Geld nicht reicht: die Sozialbestattung

Ist es den Verpflichteten nicht zuzumuten, die Kosten zu tragen, übernimmt der Sozialhilfeträger „die erforderlichen Kosten einer Bestattung“ (§ 74 SGB XII). „Verpflichtet“ ist nur, wer die Kosten von Rechts wegen tragen muss — als Erbe, als Unterhaltspflichtige:r, als Bestattungspflichtige:r nach Landesrecht oder aufgrund eines Vertrags mit dem Verstorbenen. Wer ohne eine solche Pflicht den Bestatter beauftragt, etwa als Freundin oder Nachbar, hat keinen Anspruch (Bundessozialgericht, Urteil vom 25.08.2011, B 8 SO 20/10 R; ebenso die Hinweise von Berlin und Bremen). Das Sozialamt organisiert die Beerdigung nicht selbst — die Verantwortung bleibt bei Ihnen. So gehen Sie vor:

  1. Früh beim Sozialamt melden. Am besten noch vor dem Bestattungsauftrag, sonst bald danach (Empfehlung von Aeternitas). Zuständig ist das Sozialamt, das dem Verstorbenen zuletzt Sozialhilfe gezahlt hat, sonst das am Sterbeort (§ 98 Abs. 3 SGB XII).
  2. Den Bestatter informieren. Sagen Sie ihm, dass Sie eine Kostenübernahme beantragen. Leistungen und Preise müssen dann im Rahmen dessen bleiben, was das Amt als erforderlich anerkennt.
  3. Unterlagen sammeln. Alles, was über Ihre finanzielle Lage Auskunft gibt — etwa Kontoauszüge, Einkommensbescheide, Mietvertrag und Bescheide über staatliche Leistungen. Zum Verstorbenen verlangt zum Beispiel Berlin die Sterbeurkunde oder den Leichenschauschein, Nachweise über Nachlass und Versicherungsleistungen, ein vorhandenes Testament sowie gegebenenfalls Erbschein oder Ausschlagungserklärung. Nachlass und eine Bestattungsvorsorge werden vorrangig eingesetzt.
  4. Den Antrag stellen. Das geht auch nach der Beerdigung und sogar, wenn die Rechnung schon bezahlt ist (Bundessozialgericht, Urteil vom 29.09.2009, B 8 SO 23/08 R). Eine starre Frist gibt es nicht, der Antrag sollte aber zeitnah kommen.

Übernommen wird, was für eine einfache, würdige Bestattung nötig ist — in Bremen etwa Leichenschau und Todesbescheinigung, eine Pauschale für die Bestatterleistungen bei Erd- oder Feuerbestattung, die Krematoriumsgebühren und Friedhofsgebühren in angemessenem Umfang. Was darüber hinausgeht, zahlen Sie selbst. Das Amt darf Sie übrigens nicht darauf verweisen, erst unsichere Ansprüche gegen Dritte einzuklagen (Bundessozialgericht, ebenda). Und neben Einkommen und Vermögen können besondere Umstände zählen: Dortmund nennt ausdrücklich ein besonders schwerwiegendes Fehlverhalten des Verstorbenen gegenüber den Angehörigen.

Wie die Beerdigung bezahlt wird

Vom Konto des Verstorbenen

Die Beerdigungskosten sind eine Nachlassverbindlichkeit — das Guthaben des Verstorbenen ist also der naheliegende Topf. Wer eine Bankvollmacht über den Tod hinaus hat, kann die Rechnung direkt vom Konto bezahlen; ein Auftrag erlischt im Zweifel nicht mit dem Tod (§ 672 BGB). Was dabei zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber Bankvollmacht.

Das Guthaben gehört mit dem Tod den Erben (§ 1922 BGB). Ohne Vollmacht kommt deshalb nur heran, wer sich als Erbe ausweisen kann. Manche Banken begleichen die Bestatterrechnung aber auf Antrag direkt aus dem Guthaben — teils mit eigenem Formular, in dem der Rechnungsempfänger unter anderem versichert, dass kein Erbstreit besteht. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Fragen Sie deshalb früh bei der Bank nach, welche Unterlagen sie verlangt.

Sterbegeld: Wer heute noch etwas bekommt

Das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen ist zum 1. Januar 2004 ersatzlos entfallen; das Bundessozialgericht hat das bestätigt (Urteil vom 13.06.2006, B 8 KN 1/05 KR R). Leistungen gibt es heute nur noch in Sonderfällen:

  • Gesetzliche Unfallversicherung: Ist der Tod Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, zahlt sie ein Sterbegeld von einem Siebtel der Bezugsgröße und unter Umständen die Überführungskosten (§ 64 SGB VII).
  • Beamtinnen und Beamte: Hinterbliebene von Bundesbeamten erhalten ein Sterbegeld in Höhe von zwei Monatsbezügen bzw. bei Ruhestandsbeamten zwei Monatsruhegehältern (§ 18 BeamtVG); die Länder haben eigene Regelungen.
  • Tarifverträge und Betriebsrenten: Auch hier kann ein Sterbegeld vorgesehen sein, im öffentlichen Dienst der Länder etwa nach § 23 Abs. 3 TV-L. Die Unterlagen des Verstorbenen zu sichten lohnt sich.

Vorsorge zu Lebzeiten

Wer die eigene Beerdigung finanziell absichern will, hat drei übliche Wege: eine zweckgebundene Rücklage, einen Bestattungsvorsorgevertrag beim Bestatter oder eine Sterbegeldversicherung. Bei einem Vorsorgevertrag gehört das Geld laut Verbraucherzentrale auf ein Treuhandkonto, nicht auf das Konto des Bestatters. Sterbegeldversicherungen „rechnen sich oft nicht“, so die Verbraucherzentrale — gerade bei spätem Abschluss zahlen Versicherte oft mehr ein, als ausgezahlt wird. Die Wege im Vergleich: Bestattungsvorsorge und Sterbegeldversicherung.

Sparen, ohne an Würde zu verlieren: 8 Hebel

Zu vergleichen ist kein Mangel an Pietät. Die Würde einer Beerdigung hängt nicht am Preis des Sargs — und die größten Beträge stecken ohnehin woanders.

  1. Schriftlichen, vollständigen Kostenvoranschlag verlangen. Aeternitas fordert, dass Bestatter ihn vor dem Auftrag unaufgefordert vorlegen — einschließlich der Kosten, die nicht beim Bestatter anfallen (Friedhof, Einäscherung, Anzeige, Trauerkaffee) und der Umsatzsteuer. Nur so sind Angebote vergleichbar.
  2. Zwei bis drei Angebote einholen. Das kann auch eine Freundin oder ein Nachbar übernehmen, die nicht unmittelbar trauern.
  3. Zuerst über das Grab entscheiden, dann über den Sarg. Beim Sarg für die Erdbestattung reicht die übliche Spanne von 700 bis 2.000 Euro, beim Grabmal von 500 bis 5.000 Euro, bei der Dauergrabpflege von 2.500 bis 15.000 Euro.
  4. Die Gebührensatzung prüfen — und die einer Nachbargemeinde, falls dort Auswärtige zugelassen sind.
  5. Den Samstag meiden, wenn der Friedhof dafür Zuschläge verlangt.
  6. Die Feier frei gestalten. Trauerkarten selbst schreiben, Blumen aus dem Garten, das Kaffeetrinken zu Hause: alles legitim und oft persönlicher.
  7. „Ab“-Preise hinterfragen. Bei Pauschal- und Discount-Angeboten nachfragen, ob Einäscherung, Friedhofsgebühren und Überführung enthalten sind.
  8. Die Rechnung prüfen lassen. Aeternitas bietet an, Bestatterrechnungen — auch anonymisiert — fachlich einzuschätzen.

Was nach einem Todesfall in welcher Reihenfolge zu erledigen ist, zeigt unsere Todesfall-Checkliste.

Häufige Fragen zu Beerdigungskosten

Wie teuer ist eine ganz normale Beerdigung?

Aeternitas nennt als Durchschnitt 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung und 7.000 bis 8.000 Euro mit Grabmal und Grabanlage, jeweils ohne spätere Grabpflege. Die Verbraucherzentrale rechnet schon für einfache Beerdigungen mit schnell 3.000 bis 5.000 Euro. Ob 5.000 Euro reichen, entscheidet vor allem der Friedhof: Für eine Feuerbestattung mit schlichter Feier und günstigem Urnengrab ist das realistisch, für eine Erdbestattung mit Grabmal wird es eng.

Was ist die billigste Art der Bestattung?

Die anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeier, oft „Direktbestattung“ genannt. Aeternitas nennt für die einfachste anonyme Bestattung Gesamtkosten ab 1.000 Euro — ein Einstiegspreis sehr günstiger Anbieter: Schon ein anonymes Urnengrab kostet üblicherweise 500 bis 1.850 Euro. Prüfen Sie bei Discount-Angeboten, ob Einäscherung und Friedhofsgebühren im Preis enthalten sind. Eine Gedenkfeier können Sie unabhängig davon jederzeit ausrichten.

Was kostet eine Urnenbeisetzung komplett?

Für eine Feuerbestattung mit Urnengrab ergeben die Aeternitas-Spannen Grundkosten von etwa 1.900 bis 8.100 Euro — für Bestatter, Kremationssarg und Urne, Einäscherung, Gebühren und Grab. Mit Trauerfeier, Blumen, Anzeige, Trauerkaffee und Grabmal im mittleren Preisfenster sind es etwa 5.900 bis 14.800 Euro. Die reine Beisetzungsgebühr für ein Urnengrab lag 2025 in Großstädten zwischen 50 Euro (Chemnitz) und 1.100 Euro (Saarbrücken).

Was kostet ein Doppelgrab?

Einen Einheitspreis gibt es nicht. Ein Doppelgrab ist in der Regel ein Wahlgrab mit zwei Grabstellen; was es kostet, steht in der Gebührensatzung des Friedhofs. Aeternitas nennt für ein Sargwahlgrab 1.450 bis 4.300 Euro einschließlich Beisetzung, ohne die Zahl der Grabstellen anzugeben. Zwei Stellen können deutlich mehr kosten: Auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof etwa liegt die Erwerbsgebühr bei 2.490 statt 1.420 Euro. Reicht das Nutzungsrecht bei der zweiten Beisetzung nicht mehr für deren volle Ruhezeit, kann eine gebührenpflichtige Verlängerung nötig werden — dort ist sie dann Pflicht.

Was kostet die Überführung einer Urne?

Für den Versand einer Urne vom Krematorium nennt Aeternitas üblicherweise 25 bis 75 Euro. Muss der Verstorbene selbst über eine längere Strecke überführt werden, rechnen Bestatter laut Aeternitas üblicherweise 2,50 bis 7,00 Euro je Kilometer einschließlich Personal, im Nahbereich pauschal 200 bis 550 Euro. Ob Sie eine Urne selbst abholen und transportieren dürfen, regelt das jeweilige Landesrecht — fragen Sie Ihren Bestatter.

Wie lange dauert eine Trauerfeier?

Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht, aber die Gebühr für die Trauerhalle kann von der Dauer abhängen. In München etwa sieht die Friedhofsgebührensatzung einen Zuschlag vor, wenn eine Trauerfeier länger als 45 Minuten dauert. Fragen Sie deshalb vorab, wie lang die gebuchte Zeit ist, und planen Sie Reden und Musik danach. Eine längere Feier lässt sich auch außerhalb des Friedhofs ausrichten, etwa als Gedenkfeier im Anschluss.

Wann müssen Angehörige für eine Beerdigung zahlen?

In erster Linie zahlen die Erben (§ 1968 BGB). Angehörige zahlen außerdem, wenn sie den Bestatter selbst beauftragt haben, wenn die Ordnungsbehörde an ihrer Stelle bestattet hat und sie bestattungspflichtig sind, oder als Unterhaltspflichtige, soweit von den Erben nichts zu holen ist (§ 1615 Abs. 2 BGB) — Kinder aber nur, wenn sie dem Elternteil tatsächlich Unterhalt schuldeten. Ist die Zahlung wirtschaftlich nicht zumutbar, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten — für Erben, Unterhalts- und Bestattungspflichtige, nicht für jemanden, der nur den Auftrag erteilt hat.

Wann muss man die Beerdigungskosten nicht bezahlen?

Wer weder Erbe noch bestattungspflichtig noch unterhaltspflichtig ist und keinen Auftrag erteilt hat, muss nichts zahlen. Wer als Erbe, Bestattungs- oder Unterhaltspflichtige:r zahlen müsste, es aber nach Einkommen und Vermögen nicht kann, kann beim Sozialamt die Übernahme der erforderlichen Kosten beantragen (§ 74 SGB XII) — auch noch nach der Beerdigung. Wer gezahlt hat, ohne Erbe zu sein, kann das Geld von den Erben zurückverlangen — bei überschuldetem Nachlass aber unter Umständen nur zum Teil.

Darf man Beerdigungskosten vom Konto des Verstorbenen bezahlen?

Ja, wenn Sie eine Vollmacht über den Tod hinaus haben oder als Erbe nachgewiesen sind. Ohne beides haben Angehörige keinen Zugriff. Manche Banken überweisen die Bestatterrechnung aber auf Antrag direkt aus dem Guthaben, teils gegen eine schriftliche Erklärung, dass kein Erbstreit besteht. Fragen Sie früh nach den Voraussetzungen Ihrer Bank.

Zahlt die Krankenkasse ein Sterbegeld?

Nein. Das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen ist seit dem 1. Januar 2004 abgeschafft. Ein Sterbegeld gibt es noch von der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn der Tod Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit war (§ 64 SGB VII), für Hinterbliebene von Beamten sowie nach manchen Tarifverträgen. Private Sterbegeldversicherungen sind etwas anderes: Sie zahlen eine vertraglich vereinbarte Summe aus.

Kann ich die Bestattungskosten von der Steuer absetzen?

Unter Umständen ja. Wer die Beerdigung eines nahen Angehörigen bezahlt, kann die Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen, soweit sie nicht aus dem Nachlass oder durch andere Leistungen aus Anlass des Todes gedeckt sind (§ 33 EStG); steuerpflichtiges Sterbegeld mindert den Abzug nicht (BFH, VI R 33/20). Die Bewirtung der Trauergäste zählt nicht dazu (BFH, III R 242/83). Abgezogen wird die zumutbare Belastung. Bei der Erbschaftsteuer werden für Bestattung, Grabmal, übliche Grabpflege und Nachlassabwicklung insgesamt 15.000 Euro ohne Nachweis abgezogen (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG). Mehr dazu: Erbschaftsteuer-Freibeträge.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Alle Preisangaben sind Orientierungsspannen aus den genannten Quellen; sie können je nach Region, Friedhof und Anbieter erheblich abweichen. Verbindlich sind allein das Angebot des Bestatters und die Gebührensatzung des Friedhofs. Bestattungsrecht ist Landesrecht. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

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