Rund um den Notfallordner

Medikamentenplan zum Ausdrucken: Vorlage, Anleitung und Ihr Anspruch auf den offiziellen Plan

Medikamentenplan als PDF: kostenlose Vorlage zum Ausdrucken und am PC Ausfüllen, Anspruch auf den Bundesmedikationsplan ab 3 Medikamenten, Ausfüll-Anleitung.

Inhalt dieses Artikels (8 Abschnitte)

Ein aktueller Medikamentenplan gehört zu den einfachsten und wirksamsten Vorsorge-Dokumenten überhaupt: Er verhindert gefährliche Wechselwirkungen, hilft Notärzten in Sekunden weiter und erspart Ihnen bei jedem Arztbesuch das Aufzählen aus dem Gedächtnis. In diesem Ratgeber finden Sie eine Vorlage zum direkten Abtippen und Ausdrucken, eine Ausfüll-Anleitung Spalte für Spalte – und die wenig bekannte Info, dass viele Patienten gesetzlichen Anspruch auf einen kostenlosen offiziellen Medikationsplan haben. Stand: August 2026.

Das Wichtigste vorab: Wer dauerhaft mindestens drei verordnete Medikamente einnimmt, bekommt den bundeseinheitlichen Medikationsplan kostenlos vom Hausarzt (§ 31a SGB V). Die Vorlage unten ist ideal für alle anderen – und als Ergänzung für Geldbörse und Notfallordner.

Ihr gesetzlicher Anspruch: der bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP)

Seit 2016 gilt: Gesetzlich Versicherte, die mindestens drei systemisch wirkende, verordnete Medikamente gleichzeitig und dauerhaft (über mindestens 28 Tage) anwenden, haben Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan – kostenlos, erstellt und aktualisiert vom Hausarzt (§ 31a SGB V). Ohne Hausarzt kann auch der behandelnde Facharzt den Plan ausstellen; Apotheken aktualisieren ihn auf Wunsch, etwa wenn Sie rezeptfreie Mittel dazukaufen.

Der BMP hat drei Vorteile gegenüber jeder selbst gebauten Liste:

  • Einheitliches Format: Jede Arztpraxis, Klinik und Apotheke in Deutschland kennt den Aufbau sofort.
  • Barcode: Der aufgedruckte Code lässt sich einscannen – der Plan kann so digital übernommen und fehlerfrei fortgeschrieben werden.
  • Elektronische Zukunft: Der Medikationsplan wird zunehmend elektronisch geführt (elektronische Patientenakte bzw. Gesundheitskarte), sodass Ärzte und Apotheken mit Ihrer Zustimmung darauf zugreifen können. Der Papierausdruck bleibt daneben bestehen – und ist im Notfall weiterhin das schnellste Medium.

Praxis-Tipp: Fragen Sie beim nächsten Termin aktiv: „Bitte drucken Sie mir meinen aktuellen Medikationsplan aus.” Viele Praxen tun es sonst nur auf Nachfrage.

Was ein guter Medikamentenplan enthält – Spalte für Spalte

Egal ob offizieller BMP oder eigene Liste – diese Angaben gehören hinein:

SpalteWarum sie wichtig ist
WirkstoffDie wichtigste Angabe! Handelsnamen wechseln (Rabattverträge, Generika), der Wirkstoff bleibt. Ärzte denken in Wirkstoffen.
HandelsnameSo steht es auf Ihrer Packung – hilft beim Wiedererkennen und in der Apotheke.
Stärke & Darreichungsform„5 mg, Tablette” – verwechslungssicher, denn viele Präparate gibt es in mehreren Stärken.
Dosierung: morgens – mittags – abends – zur NachtDas bewährte 1-0-1-0-Schema. Auch halbe Tabletten (½) und „bei Bedarf” hier eintragen.
EinheitStück, Tropfen, Hub, IE – vermeidet gefährliche Missverständnisse.
Hinweise zur Einnahme„Vor dem Essen”, „nicht mit Milch”, „30 Min. vor dem Frühstück nüchtern”.
Grund / Behandlungsanlass„Blutdruck”, „Blutverdünnung” – im Notfall Gold wert und Motivation für die korrekte Einnahme.

Dazu gehören auf jeden Plan: Name und Geburtsdatum, Datum der letzten Aktualisierung, bekannte Allergien/Unverträglichkeiten und ein Notfallkontakt. Wichtig: Auch rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzung (Schmerzmittel, Johanniskraut, Magnesium & Co.) eintragen – gerade sie verursachen häufige Wechselwirkungen.

Ihre Vorlage zum Abtippen und Ausdrucken

Diese Struktur können Sie direkt in Word, Excel oder ein Notizprogramm übernehmen, ausfüllen und ausdrucken – am besten im Querformat:

Medikamentenplan für: ______________________ Geburtsdatum: ____________ Stand: ____________ Allergien/Unverträglichkeiten: ______________________ Notfallkontakt: ______________________ Hausarzt/-ärztin (Tel.): ______________________

WirkstoffHandelsnameStärke / Formmorgensmittagsabendszur NachtEinheitHinweiseGrund
RamiprilRamiLich5 mg / Tabl.1000Stückmorgens vor dem FrühstückBlutdruck
MetforminMetformin AL850 mg / Tabl.1010Stückzu den MahlzeitenDiabetes
(Beispielzeilen ersetzen)

Bei Bedarf einzunehmen:

WirkstoffHandelsnameStärke / FormEinzeldosisHöchstmenge pro TagGrund
IbuprofenIbu ratiopharm400 mg / Tabl.1 Stückmax. 3Schmerzen

Die beiden Beispielzeilen zeigen das Ausfüllschema – ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen Medikamente.

So bleibt Ihr Plan aktuell und nützlich: 6 Pflege-Tipps

  1. Bei jeder Änderung sofort aktualisieren – neue Verordnung, geänderte Dosis, abgesetztes Mittel. Ein veralteter Plan ist gefährlicher als gar keiner, weil sich Ärzte darauf verlassen.
  2. Datum drauf. Das „Stand”-Feld ist die wichtigste Zeile: Nur so erkennt ein Arzt, ob er dem Plan trauen kann.
  3. Zwei Kopien deponieren: eine gefaltet in der Geldbörse (dort suchen Rettungskräfte zuerst), eine im Notfallordner bei Ihren anderen Vorsorgedokumenten – was dort sonst noch hineingehört, zeigt unser Ratgeber Notfallordner-Inhalt.
  4. Zu jedem Arzt- und Kliniktermin mitnehmen – auch zum Zahnarzt und ins Krankenhaus. Bei der Aufnahme ist der Plan das erste, wonach gefragt wird.
  5. Angehörige einweihen: Mindestens eine Vertrauensperson sollte wissen, wo der Plan liegt – idealerweise dieselbe, die auch Ihre Patientenverfügung kennt.
  6. Alte Versionen vernichten, damit im Ernstfall nicht zwei widersprüchliche Pläne kursieren.

Wechselwirkungs-Check: Lassen Sie Ihren Plan von der Apotheke prüfen

Ihre Stammapotheke kann mehr als Schachteln reichen: Wer fünf oder mehr Medikamente dauerhaft einnimmt, hat Anspruch auf eine erweiterte Medikationsberatung – eine kostenlose pharmazeutische Dienstleistung der Apotheken. Dabei werden alle Mittel (auch die rezeptfreien) systematisch auf Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und Einnahmefehler geprüft. Bringen Sie dazu Ihren Plan und am besten alle Packungen mit („Brown-Bag-Check”). Auch unterhalb von fünf Medikamenten prüft jede Apotheke auf Nachfrage kurz auf kritische Kombinationen – etwa Blutverdünner mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln.

Papier oder App?

Medikamenten-Apps mit Erinnerungsfunktion sind eine sinnvolle Ergänzung – aber kein Ersatz für den Ausdruck. Im Notfall hat niemand Ihre Handy-PIN, der Akku kann leer sein, und Rettungskräfte durchsuchen keine Apps. Die robuste Lösung ist beides: App für den Alltag, aktueller Papierplan in Geldbörse und Notfallordner für den Ernstfall.


Häufige Fragen zum Medikamentenplan

Kann ich selber einen Medikamentenplan erstellen?

Ja – mit der Vorlage oben ist das in einer halben Stunde erledigt. Wichtig sind Wirkstoff (nicht nur Handelsname), Stärke, das Dosierschema morgens–mittags–abends–zur Nacht, Einnahmehinweise und der Grund der Einnahme. Lassen Sie den fertigen Plan einmal von Hausarzt oder Apotheke gegenlesen – und ab drei dauerhaft verordneten Medikamenten nutzen Sie besser gleich Ihren Anspruch auf den offiziellen Plan.

Wo finde ich einen Medikationsplan als PDF zum Ausdrucken?

Kostenlose PDF-Vorlagen bieten u. a. Krankenkassen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und Gesundheitsportale an. Genauso gut können Sie die Tabellenstruktur aus diesem Artikel in Word oder Excel übernehmen – dann bleibt der Plan am PC editierbar. Die professionell gestaltete, am PC ausfüllbare Version mit Notfallpass enthält Kapitel 3 unseres Notfallordners.

Wo bekomme ich einen Medikamentenplan?

Vom Hausarzt: Ab drei dauerhaft verordneten, systemisch wirkenden Medikamenten haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan (§ 31a SGB V) – kostenlos, auf Nachfrage ausgedruckt. Auch Fachärzte dürfen ihn ausstellen, Apotheken aktualisieren ihn. Wer weniger Medikamente nimmt, erstellt den Plan mit einer Vorlage einfach selbst.

Gibt es einen kostenlosen Medikamentenplan, den ich am PC ausfüllen kann?

Ja: Die Markdown-Tabelle in diesem Artikel lässt sich in jedes Textprogramm oder Excel kopieren und dort ausfüllen; auch einige Krankenkassen bieten beschreibbare PDF-Formulare an. Achten Sie darauf, dass Ihre Version alle Kernspalten enthält (Wirkstoff, Stärke, 4er-Dosierschema, Hinweise, Grund) und speichern Sie sie so, dass Sie sie bei jeder Änderung aktualisieren und neu ausdrucken können.

Muss ich rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel eintragen?

Unbedingt. Gerade frei verkäufliche Schmerzmittel, Johanniskraut, Magen- oder Erkältungsmittel und hochdosierte Nahrungsergänzung verursachen viele relevante Wechselwirkungen – etwa mit Blutverdünnern oder Blutdrucksenkern. Ein Plan, der nur die verordneten Mittel zeigt, gibt Ärzten und Apothekern ein falsches Bild. Tragen Sie alles ein, was Sie regelmäßig oder häufiger einnehmen.

Wie oft sollte der Medikamentenplan überprüft werden?

Bei jeder Änderung sofort – und zusätzlich mindestens einmal jährlich als kompletter Check beim Hausarzt oder im Rahmen der Medikationsberatung der Apotheke (ab fünf Dauermedikamenten kostenlos). Prüfen Sie dabei auch: Wird jedes Mittel noch gebraucht? Stimmen die Dosierungen? Und tragen Sie das neue „Stand”-Datum ein, bevor Sie die alte Version vernichten.

Quellen und weiterführende Informationen

  • § 31a SGB V (Anspruch auf den Medikationsplan) – gesetze-im-internet.de
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung: Der bundeseinheitliche Medikationsplan – kbv.de
  • ABDA / Ihre Apotheke: Pharmazeutische Dienstleistungen, erweiterte Medikationsberatung – abda.de
  • Krankenkassen-Informationen zum Medikationsplan (z. B. AOK, Barmer)
  • gematik: Elektronische Patientenakte und elektronischer Medikationsplan – gematik.de

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